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Jupp auf Abwegen? Lebenslauf mit Liedern! Ein erstes Schnuppern

Ach ja, zu den Liedern: Abwege attestiert der ein oder andere mir, weil es zwar meine Texte seien, aber KI-generierte musikalische Arrangements. Der Begriff des Arrangements passt zu einhundert Prozent! Ich mache und vertrete die Vorgaben für Suno, die KI-basierte Sound-Maschine. An einer Stelle - bei dem Initialstück So zieht nun in die Welt - habe ich bekannt, dass ich die Gitarre genau so gespielt hätte, wie Ihr es da hören könnt - hätte ich nur das Vermögen dazu (gehabt). Aber in dieser Hinsicht bin ich ein armer Mann; ein lausiger Gittarist. Aber Texte kann ich schreiben, beachtliche Texte, die mir nun in der vertonten Form so begegnen, dass ich sie - wie mit einem Echolot - neu und anders wahrnehme. Hier schreibt ein glücklicher KI-Nutzer, der sich nicht mehr verstecken will. Umgekehrt wäre die mit KI verbundene Hypothek eine für mich in der Tat nicht erträgliche, weil mir KI-generierte Texte - auf der Ebene der hier gelieferten Texte - ein absoluter Graus bleiben. Die von mir verbreiteten und vertretenen Texte sind des Buchstabenmenschens - diesen Ehrentitel verdanke einem geschätzten Echo, das mir in der Lebensmitte zukam - Goldschatz. Sie verkörpern das Edelmetall, das ich - wie weiter unten erläutert - aus den Sedimenten und Ablagerungen meines verrückten Lebenslaufes schürfe.

Alle Lieder kann man aufrufen, indem man die bronzefarben unterlegten Links anklickt!

Der Jupp schreibt jeden Tag, er hat jeden Tag geschrieben. Da befindet er sich in einer guten Tradition. Neben mir liegt Walter Kempowskis Sirius - Eine Art Tagebuch (Albrecht Knaus Verlag, München 1990). Auf 695 Seiten ergeht sich Walter Kempowski in Geschichten, Geschichtchen, Dönekes rund um die Familie, rund um Gesellschaft, Republik und Historie. Banales steht neben dem, was bei mir immer wieder mit der Frage konfrontiert wird: Wie kann das sein? Hannah Arendt hätte dies gefallen. Sie war diejenige, die vermutlich gleichermaßen aus Fassungslosigkeit wie aus Gleichmut auf die Idee kam, von der Banalität des Bösen zu sprechen:

Seite 159: "Nartum Mi 20.April 1983 - T: Ich habe eine Kiste weißer Fotoalben von Mengele, dem KZ-Arzt, gekauft. Etliche Fotos hat er aus den Alben entfernt, aber die Negative sind noch da, mit den schrecklichen Szenen darauf. - Er hat mir die Alben zu treuen Händen übergeben, soll ich sein Vertrauen enttäuschen und ihn anzeigen? - Dumm auch, daß ich die Fotos gar nicht auswerten kann, ohne ihn bloßzustellen. Ich muß auf seinen Tod warten."

Sei's drum: Ich nehm dann auch lieber sein Glühweinrezept mit: "Auf 3 Maaß guten Franzwein, nimmt 3/4 Pfund Zucker, etwas Zimmt, Nelken und Zitronenschale, läßt solchen kochend heiß werden, zündet ihn alsdann mit einem brennenden Pappier an und läßt ihn dann so lange brennen, bis er von selbst erlöscht; hierauf läßt man ihn durch eine Serviette laufen." Immerhin kommentiert Walter K. den Blödsinn noch: "Wir werden es mal ausprobieren und testen, ob ich danach auch wieder so ausfallend werde. Wenn ich bloß wüßte, was ein >Maaß< ist!"

Lieber Walter Kempowski. Du hättest gewiss Deine Freude gehabt an den technischen Möglichkeiten, die uns einen weiten Horizont eröffenen. Du wärest begeistert über die heutigen Möglichkeiten der Datenverarbeitung - und vielleicht wärest Du ein begeisterter Nutzer von KI - so wie ich es  inzwischen geworden bin.

KI versetzt mich in die Lage meinen politischen Statements - und selbst meinen persönlichsten Erfahrungen (geläutert und gefiltert selbstverständlich) eine andere Art von Gehör zu verschaffen - gepaart mit mehr Durchschlagskraft. Wer liest schon Texte, gar Lyrik, von einem No-Name? Beim Hören mag es nicht wesentlich anders sein. Und doch haben inzwischen ungleich mehr Menschen meine Lieder angehört als meine Texte gelesen. So möchte ich die Chance nicht ungenutzt lassen, diesen für mich neuen Handlungsraum auch auszuloten.

Die Beglückung über die mir so zugekommenen und geschenkten Erfahrungen stellen schon jetzt eine unfassbare Erweiterung meines Erinnerungsvermögens sowie seiner Klangwerdung dar. Beginnen wir einmal mit einem Beispiel, das für die meisten extreme Irritationen bedeuten mag. Mich hat es zu Tränen gerührt, weil es neben den Orten (siehe hier) die noch nicht vertont sind, die extremste Erfahrung einer Selbstvergewisserung im Modus des generativen Aufeinanderfolgens ermöglicht - dieses Lied ist noch nicht online-fähig; es wird nachgeliefert. Den Text zu diesem Lied (siehe ganz unten*) und die Vorbemerkunge lasse ich aber an dieser Stelle so im Raum stehen: