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Podcast Ep.12: Wer um Himmels Willen ist denn nun dieser Hape Kerkeling?

"Die Antwort ist ganz einfach.
Ich bin meine Mutter und mein Vater,
meine Großeltern, mein Bruder,
meine Tante Gertrud, Tante Lisbeth,
Tante Hedwig, Onkel Kurt und Tante Veronika.
Ich bin Frau Edelmund, Frau Rädeker und Frau Strecker
und viele mehr. Jeder hat mich zu dem gemacht, 
was ich bin.

Und gleichzeitig bin ich auch Tante Lore
und die Richtung, in die sie mich im Kinderwagen
auf dem Feldweg schiebt.
Ich bin die gescheckte Kuh auf der Weide,
das gelbe Korn auf dem Feld
und der rote Mohn am Wegesrand.
Ich bin der schmale Trampelpfad und dessen Ende.
Ich bin der wolkenlose Himmel.
Ich bin wach."

Hape Kerkeling: Der Junge muss an die frische Luft - Meine Kindheit und ich (Piper Verlag, München 2016, Seite 311)

Danke für's: Hallo wach!

Horst Schlämmer - meine absolute Verehrung

Ja ich folge da Arno Frank, den ich seinerseits außerordentlich schätze. Er meint, dass Hape Kerkeling auch deshalb ein Großer sei, weil er seine Größe gerade nicht gegen politisches Sendungsbewusstsein verpfändet habe. Horst Schlämmer sucht das Glück sei deshalb eine Komödie, wie sie in dieser reinen Form nur noch selten gedreht werde, und Kerkeling mache exakt die heitere, leicht anarchische, augenzwinkernde Unterhaltung, für die er zu Recht berühmt geworden sei. 

Ich erweise nicht nur dem Horst Schlämmer meine Referenz, der - wie wir alle - das Glück sucht. Horst Schlämmer, lieber Hape Kerkeling, und da sage ich ja weiß Gott nichts Neues, ist für mich der moderne Harlekin, der Narr, der uns verschmitzt und vermeintlich unschuldig den Spiegel vorhält und dabei nicht nur dem Kaiser die Kleider auszieht.

RedHotChillyJupp begibt sich mit Horst auf die Suche nach dem Glück und erweist seine Verehrung und seinen Respekt in 

Liedform - Horst schenk uns ein Stück 

Die Rede Hape Kerkelings in Weimar hat uns eindringlich vor Augen geführt, wer wir sind, und wer wir sein wollen. Im Rahmen dieses Podcasts, der sich an zwei zentralen Fragestellungen abarbeitet, und der zuletzt in den Episoden neun und zehn mit Hilfe der Unterscheidungen Friedrich Nietzsches die überlebensnotwendige Balance zwischen Erinnern und Vergessen betont hat, möchte ich – wie schon gesagt, Hape Kerkeling mit meinen singenden Heerscharen zur Seite stehen. Daher lasse ich zum Schluss den Krah noch einmal sein elendes krah, krah, krah krähen.

Vorher aber bemühe ich noch einmal die Patenschaft Erich Kästners für jene Moritat aus der zweiten Episode meines Podcasts, für die böse Lausbubenschichte, die mitten auf dem Plan in Koblenz-Güls spielt. Vielleicht möchte Hape Kerkeling, wenn er in unsere Gegend kommt, in den schönsten Stadtteil in der einzigen Stadt an Rhein und Mosel, seine Bücher auch in unseren Bücherschrank stellen.

Die Moritat von Max und Moritz - eine böse Lausbubengeschichte aus Koblenz-Güls

Hier kräht der Krah

   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund