Podcast 19. Episode: Die Flutkatastrophe im Ahrtal und ihre Trittbrettfahrer
Wir schreiben den 14. Juli 2026 – es ist der fünfte Jahrestag der Flutkatastrophe im Ahrtal. Ich selbst stamme aus dem Ahrtal – meine Herkunftsfamilie war schwerstbetroffen. Mein Neffe hat mit seiner Familie die Katastrophe überlebt. Sie haben ihr Haus verloren, die Nachbarin ertrank in den Fluten, Freunde meiner Schwester sind in der Schützenstraße in Ahrweiler ertrunken. Meine Cousine ist ein knappes Jahr nach der vollständigen Zerstörung ihrer Wohnung in ein Provisorium eingezogen. Vielen Freunden und Bekannten ist es ähnlich ergangen. Nachbarschaft und Zivilgesellschaft haben im Anschluss an dieses apokalyptische Ereignis ihre besten Seiten gezeigt. Meine Familie und meine Kinder waren als Ersthelfer mit vielen, vielen Freunden und Freundinnen dabei.
Ich eröffne diese 19. Episode mit der bereits bekannten Hommage an Horst Schlemmer. Wer in der Folge wirklich nackt, mit heruntergelassenen Hosen dasteht, das überlasse ich dem Urteil der HörerInnen.
Vierzehn Zeilen – ich wiederhole: 14 Zeilen - nötigt sich die AfD- Landtagsfraktion in RLP ab, um ihr Verblödungskonto in unerträgliche Höhen zu katapultieren. Die gesamten bekannten Ölreserven der Welt würden nicht ausreichen, um das quietschende Schwungrad der grassierenden Dummheit und Skrupellosigkeit dieser Volksvertreter auch nur halbwegs zu ölen, um uns wenigstens vom unerträglichen Gesabber dieser vollkommen moral- und intelligenzbefreiten Trittbrettfahrer zu erlösen.
Das Trittbrett, auf dem sie da stehen, bietet allerdings keinerlei Halt. Ich zitiere die 14 Zeilen, mit denen die AfD-RLP ihre Krokodilstränen vor der Ahrtalbevölkerung ausschüttet:
„Fünf Jahre Ahrtalflut Wir trauern. Wir erinnern. Wir mahnen! – Wir vergessen nicht
Heute vor fünf Jahren verwandelte sich das Ahrtal in eine Katastrophenzone. 135 Menschen verloren ihr Leben, unzählige ihre Heimat, ihre Existenz, alles was sie kannten. Eine Wunde, die bis heute nicht verheilt ist.
Unser Mitgefühl gilt an diesem Tag den Opfern und ihren Angehörigen. Unser Dank gilt den Einsatzkräften und den unzähligen freiwilligen Helfern, die damals alles gegeben haben – und vielerorts noch heute helfen.
Doch Gedenken allein reicht nicht. Die Fragen nach politischer Verantwortung, nach versäumten Warnungen, nach fehlenden Alarm- und Einsatzplänen sind nicht verschwunden. Sie sind fünf Jahre später noch genauso berechtigt. Wer aus einer Katastrophe dieses Ausmaßes keine Konsequenzen zieht, riskiert, dass sie sich wiederholt.
Wir vergessen nicht – die Opfer nicht, und die Versäumnisse nicht.“
Ich kann es nicht leiden und ich kann nicht fassen, was ihr euch da erdreistet:
Ihr habt doch immer schon vergessen, ihre dreisten Leugner des Klimawandels und Hintertreiber jeder klimabewussten Politik habt doch jedes Recht auf Kritik verwirkt – Ihr seid die gewissenlosesten Hasardeure, die seit den Unmenschen in Menschengestalt a la Goebbels die politische Bühne betreten haben. Ihr redet von fehlenden Alarm- und Einsatzplänen und davon, dass - wer aus einer Katastrophe dieses Ausmaßes keine Konsequenzen ziehe, riskiere, dass sie sich wiederhole. Euer Mitgefühl gelte den Opfern und ihren Angehörigen – das ist doch schlichter Schweinkram, mit dem man nur noch die Kälber locken kann, die dumm genug sind, sich ihre Schlächter selber zu wählen.
Die Ahrtalkatastrophe wird sich zweifellos wiederholen. Sie wiederholt sich nicht erst seit dem 14. Juli 2021 immer und immer wieder in den Hotspots der Klimakatastrophe, jener Klimakatastrophe, die ihr beharrlich leugnet. Ihr entblödet euch nicht, vor wenigen Tagen eine Vorsitzende zu bestätigen, die verspricht mit euch die Windräder der Schande einzureißen. Scheißt doch den Flutgeschädigten an der Ahr und an der Erft und an der Ruhr gleich ins Gesicht. Jeder seriöse Faktencheck entlarvt euch als Lügner!
Lügner, die bewusst und wider besseres Wissen lügen, nennt man Betrüger.
Es entspricht der Logik eurer Lügengebäude, dass ihr die gesamte seriöse Presse dieses Landes und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit dem Stigma der Lügenpresse belegen müsst, weil sie beispielsweise nicht bereit sind, euch zu folgen, wenn ihr behauptet, dass es überhaupt keinen Klimawandel gibt, keine Hitzewellen gebe – wie in den letzten und in den kommenden Wochen –, sondern dass die rot-grün-links-versiffte Metereologen-Zunft vielmehr alle Thermometer an den Wetterstationen mit Flammenwerfern manipuliere.
Insofern folge ich den gut unterrichteten Kreise der Lügenpresse, die inzwischen belegen können, dass sich aus der AfD (der Alternative für die Dummen) ein harter Kern wohl dazu entschließt, eine wirkliche Alternative auf den Weg zu bringen: nämlich die AfSD (die Alternative für die Strohdummen).
Und die gibt es. Ja, es gibt sie selbst in den extremgeschädigten Zonen der Flutkatastrophe vom 14. Juli 2021. Im Schnitt haben in Bad Neuenahr- Ahrweiler, in der Grafschaft, selbst in Altenahr, in Adenau, in Kelberg, im Brohltal, auf dem Maifeld, in Sinzig, in Linz in Andernach und Neuwied (beide unerträgliche Ausreißer in dieser Perlenkette) 17% bei den letzten Landtagswahlen im Februar 2026 für die die Falschmünzer von der AfD votiert. Wer hat denen wohl die Synapsen geschreddert – manche würden fragen ins Gehirn geschissen?
Und das Leugnen der Klimakatastrophe ist nur eine Facette. Die andere, die mit Remigration Umvolkung meint und das Unsagbare wieder sagbar macht, indem sie die ersten beiden Artikel unseres Grundgesetzes mit Füßen tritt, ist die andere: Die Alternative für die Dummen und die Strohdummen findet die kategoriale Ausgrenzung von Menschen wieder legitim und überfällig: Du Biodeutsch – du Passdeutsch – und Du? Gar nicht deutsch – Kanake, Türke, Nigger
Ja, ich kann es nicht leiden und nicht fassen!
Maximilian Krah gehört zu der Vielzahl derer, die den kräftig lädierten Ruf der Krähen in den Schmutz ziehen. Ich frage mich immer wieder: Wer kann eine Partei wählen, in der solche Übelkrähen ihr Unwesen treiben?