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Podcast - Ep.20: Happy Birthday dem Berti und seinem Café

Ante Scriptum: Bevor ich mir berechtigte Kritik zuziehe, stelle ich hier richtig, dass Michael Schmelzer auf den eingespielten Mitschnitten zum Café Hahn nicht zu sehen ist. Er hat häufig auf der Café-Hahn-Bühne gestanden. Wie vermerkte die RZ unter der Rubrik "Namhaft" am 20. August 2002 zu Recht: "Michael Schmelzer, der Mann an den Trommeln sorgte in ungezählten Bands für das rhythmische Fundament - Booze Band, Mixed Picles und Special Edition gehörten dazu." Michael Schmelzer wurde nur 39 Jahre alt. Hingegegen deutlich im Bild: Bernd Rosemeier -  leider auch allzufrüh verstorben, genauso wie Dieter Lippert, der an der Querflöte und häufig am Saxophon in den verschiedensten Formationen seinen Platz hatte. Und nebenbei bemerkt: Anke Engelke ist - selbstredend - als famous soul sister neben ihrer Schwester Susanne zu sehen und zu hören (siehe: Fred Kellner).

Ja, auch heute wieder von vorne wie von hinten. RHCJ und sein gesamtes Team begrüßen euch zu einer Episode, die allerdings völlig aus dem Rahmen fällt. Wir gratulieren nämlich zum Geburtstag:

– aber eins nach dem anderen:

Koblenz-Güls 1981:

In einem verschlafenen Dorf am Rande von Koblenz beginnt ein junger Konditormeister seinen Traum  zu leben.

Der Chronist, der heute als RedHotChillyJupp zurückblickt, brach zur gleichen Zeit auf in ein neues Leben. Unweit des heute die Region überstrahlenden Café-Hahn nahm er mit seiner Frau Quartier. Die Brötchen fürs Frühstück des jungvermählten Paares kam aus der Backstube des Café Hahn.

In jenen Gründerjahren – noch zwischen Plüsch, den Regalen des Tante Emma-Ladens – entstand ein provisorisch erstellter Bühnenraum. Dort fand im Rahmen einer Veranstaltung der SPD-Güls ein denkwürdiges, kleines Konzert statt: Markus Altenkamp debütierte in unserem Ortsverein mit einem mir bis heute in Erinnerung gebliebenen Klaviervortrag.

Schritt für Schritt wurde aus Berti Hahns Traum jene Realität, die als Eigenmarke weit über Güls und Koblenz hinaus Kulturgeschichte geschrieben hat – nicht vorstellbar ohne den Förderverein Kultur im Café Hahn, der aus bescheidenen Anfängen in den frühen 80er heute mit seinen weit über 3000 Mitgliedern zu einem der mitgliederstärksten Vereine in Koblenz aufgestiegen ist.

Wo heute mit Berti Hahn, Christoph Dörr, Franziska Helmlimg und Saskia Scherhag als Vorsitzende des Fördervereins ein hochprofessionelles Quartett (ich muss und will an dieser Stelle Friedel Achim Vetters und Michael Otten zwei Café-Hahn-Urgesteine erwähnen) -also wo heute Berti mit seinem Team die Kulturszene in der Region prägen, hat Doc Tiedemann jahrzehntelang als Kulturberserker mit Berti Hahn eine kongeniale Doppelspitze gebildet.

2003 ging der Impressario der Kulturszene in Koblenz – zu Recht Träger des Kulturpreises der Stadt Koblenz – als Geschäftsmann dann volles Risiko. Mit dem Um- bzw. Neubau des Café Hahn zu einem Varieté-fähigen Haus mit Trapez-Akte ermöglichendem Bühnenraum erfüllte er sich einen schon immer gehegten Traum: Oster- Weihnachtsvarieté, blaue und rosa Bütt bekamen eine imposante, dauerhafte Heimat.

Kurz vor dem Umbau besuchte der SWR mit Sabine Hampel im Rahmen des Sendeplatzes Landesart das alte Café Hahn. Berti und Doc Tiedemann zierten sich, und so musste ich als Beisitzer im Vorstand des Fördervereins ran. Die Aufzeichnung, die ihr nun hier anschauen könnt, ist aus mehreren Gründen bemerkenswert:

Als Chronist habe ich immer still vor mich hingeschrieben. 2003 habe ich mit Das Leben ein Klang meinen erstes Lyrik-Bändchen veröffentlicht – inclusive der legendären Café-Hahn-Gedichte -, die ich heute als RedHotChillyJupp in vertonter Form vorstelle.

2005 ist mit „Kopfschmerzen und Herzflimmern“ ein opulentes und ambitioniertes Werk entstanden. Der „Talk im Hahn über Liebe, Sex und solche Sachen“ hat es dann tatsächlich bis auf die Bühne des Café Hahn geschafft. Mit Arnold Retzer, Michael Mary, Peter Fuchs und Iris Radisch habe ich mir Schwergewichte aus Wissenschaft, Therapie und Journalismus auf die Café Hahn-Bühne geholt.

Und als Podcaster RedHotChillyJupp beginne ich nun eine zweite, späte Karriere als unentdecktes Alt-Talent mit gewiss strahlender Zukunft. Hier im Anhang sozusagen drei Stücke: Heute hört ich Hattler - Sie/Er spürt... und die Hymne, aus der RedHotChillyJupps Jingle ausgekoppelt ist: Von vorne wie von hinten bzw. Wenn meine Augen trunken sind

RedHotChillyJupp – und natürlich auch der Jupp – gratulieren Berti zum Siebzigsten und dem Café Hahn zum fünfundvierzigsten Geburtstag – das Café Hahn, ein Ort, der jedenfalls mir immer wieder als ein Geschenk begegnet ist.