debekabanner.svgcafe hahn bannerreuffel banner

<<Zurück

 
 
 
 

VeRBOTeN!?

Entdecke die Scham...

2009 besuchte ich mit meiner Frau Claudia im Düsseldorfer Museum Kunstpalast die Ausstellung „Diana und Actaeon. Der verbotene Blick auf die Nacktheit“.

Das Museum ist einer der wenigen öffentlichen Orte, an denen man sich „legitimer Weise“ (auch) in die relativ geschützte Rolle eines nicht ohne weiteres des Voyeurismus verdächtigen, kunstinteressierten Beobachters begeben kann.

(Ein zweiter wesentlicher Zugang zu diesem Gesamtvorhaben steht jetzt mit "Schamverlust - eine Selbstverortung" zur Verfügung. Motive und Antrieb für diesen BLOG werden damit ein wenig transparenter und nachvollziehbarer. Auch der am 14.5.2015 in den Blog eingestellte Beitrag "Das Ende" enthält schamrelevante Hinweise.)

Die Rituale des Kunstbetriebs kommen diskreten Verhaltenserwartungen ja auch durchaus entgegen. Legen sie doch keine offene, lauthals geführte Diskussion nahe, sondern erwarten eher die stille, in sich gekehrte Reflexion des Kunstsachverständigen.

(M)Ein Adventskalender 2022 - Heute öffnen wir das zweite Türchen (2)

Kleine Ergänzung zum gestrigen ersten Türchen:

Auf Seite 221 Vierte Degression: Was es mit Cézannes Grau auf sich hat beginnt Sloterdijk (Wer noch kein Grau gedacht hat, Berlin 2022) sogleich mit konkreten Inkarnationen seiner Grau-Assoziationen:

„Nachdem weiter oben von dem panikinduzierten Grau der Eklipse im Sommer 1842, von dem erhabenen Theatergrau eines Sturms an der atlantischen Küste, von dem immersiven Grautönen der Schneestürme in Bayern, Davos und Rußland vom lyrischen Grau der norddeutschen Küste und vom evokativen Grau der durch Zarathustras Augen erblickten Hochalpenzone des Engadin die Rede war, um eine exemplarische Reihe berührender Grautöne abzuschreiten, ist der Moment erreicht, auf Paul Cézannes Diktum zurückzukommen, wonach kein Maler sei, wer noch kein Grau gemalt habe.“

(M)ein Adventskalender (2022) - Heute öffnen wir das erste Türchen (1)

Auch in den nächsten 24 Tagen werde ich hier im Rahmen meines Blogs - wie schon 2021 - meinen ganz persönlichen Adventskalender präsentieren. Ich erinnere mich gerne an die Zeit, als sich im Südwestrundfunk vor vielen, vielen Jahren in der Adventszeit jeden Morgen knarrend und schliepsend ein Törchen öffnete, um uns in erster Linie zu erfreuen und frohgestimmt in den Tag gehen zu lassen - ein reines Amüsement wird mein Kalender sicherlich auch in diesem Jahr nicht sein können. Apropos:

Totensonntag - grauschattierte Impressionen mit Peter Sloterdijk und Wolf Biermann

Fraglos Grau: Die Kraft und Konzentration der Lyrik – alle Buntheit mündet in einer Verdichtung zu einem endlos gestuften Grau

Fraglos

Immer wenn die Welt sich offenbart,
Dann werde ich ganz still,
Weil meine Spur, die zielbestimmte Fahrt
Sich wendet und sich ändern will.
Immer wenn sich Größe zeigt,
Verwandle ich mich leise.
Wenn sich ein Irren hin zum Ende neigt,
Werd ich – trotz blinder Flecken – manchmal weise.
Wenn leise Klänge sich verdichten
Und großer Klang entsteht,
Wenn Fragen sich in Fragen lichten,
Ein Hauch von Weisheit uns umweht,
Wenn Farben sich vermischen,
Und Buntheit sich in Grau ergeht,
Wenn aller Hochmut dann verblichen,
Am Horizont ein Hoffen steht,
Dann geh ich auf die Reise
Und frage nicht mehr viel.
Ich wandle einfach still und leise,
mit sanfter Kraft – auch ohne Ziel!

Prosit - auf unsere Gesundheit!

Vierzehn Tage Tauchstation – Para-Influenza mit massiver viraler Überlast – so oder ähnlich die Diagnose für ein Krankheitserleben, das mit seinen extremen, sich wellenartig überlagernden Hustenattacken zumindest für mich absolut ungewohnt daherkam. Mit Gesundheit bin ich gesegnet – siebzig Jahre ohne lebensbedrohliche Erkrankung. Selbst die WHO-entlehnte Gesundheitsdefinition, wonach jemand gesund ist, der im Großen und Ganzen von sich sagen kann, ein bio-psycho-soziales Wohlbefinden beschreibe sein Körper-Geist-Erleben samt einer gediegenen sozialen Einbettung, scheint nicht aus der Luft gegriffen.

   
   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund