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Jupp auf Abwegen? Lebenslauf mit Liedern! 

alle Lieder kann man aufrufen, indem man die bronzefarben unterlegten Links anklickt

Der Jupp schreibt jeden Tag, er hat jeden Tag geschrieben. Da befindet er sich in einer guten Tradition. Neben mir liegt Walter Kempowskis Sirius - Eine Art Tagebuch (Albrecht Knaus Verlag, München 1990). Auf 695 Seiten ergeht sich Walter Kempowski in Geschichten, Geschichtchen, Dönekes rund um die Familie, rund um Gesellschaft, Republik und Historie. Banales steht neben dem, was bei mir immer wieder mit der Frage konfrontiert wird: Wie kann das sein? Hannah Arendt hätte dies gefallen. Sie war diejenige, die vermutlich gleichermaßen aus Fassungslosigkeit wie aus Gleichmut auf die Idee kam, von der Banalität des Bösen zu sprechen:

Seite 159: "Nartum Mi 20.April 1983 - T: Ich habe eine Kiste weißer Fotoalben von Mengele, dem KZ-Arzt, gekauft. Etliche Fotos hat er aus den Alben entfernt, aber die Negative sind noch da, mit den schrecklichen Szenen darauf. - Er hat mir die Alben zu treuen Händen übergeben, soll ich sein Vertrauen enttäuschen und ihn anzeigen? - Dumm auch, daß ich die Fotos gar nicht auswerten kann, ohne ihn bloßzustellen. Ich muß auf seinen Tod warten."

Sei's drum: Ich nehm dann auch lieber sein Glühweinrezept mit: "Auf 3 Maaß guten Franzwein, nimmt 3/4 Pfund Zucker, etwas Zimmt, Nelken und Zitronenschale, läßt solchen kochend heiß werden, zündet ihn alsdann mit einem brennenden Pappier an und läßt ihn dann so lange brennen, bis er von selbst erlöscht; hierauf läßt man ihn durch eine Serviette laufen." Immerhin kommentiert Walter K. den Blödsinn noch: "Wir werden es mal ausprobieren und testen, ob ich danach auch wieder so ausfallend werde. Wenn ich bloß wüßte, was ein >Maaß< ist!"

Lieber Walter Kempowski. Du hättest gewiss Deine Freude gehabt an den technischen Möglichkeiten, die uns einen weiten Horizont eröffenen. Du wärest begeistert über die heutigen Möglichkeiten der Datenverarbeitung - und vielleicht wärest Du ein begeisterter Nutzer von KI - so wie ich es  inzwischen geworden bin.

KI versetzt mich in die Lage meinen politischen Statements - und selbst meinen persönlichsten Erfahrungen (geläutert und gefiltert selbstverständlich) eine andere Art von Gehör zu verschaffen - gepaart mit mehr Durchschlagskraft. Wer liest schon Texte, gar Lyrik, von einem No-Name? Beim Hören mag es nicht wesentlich anders sein. Und doch haben inzwischen ungleich mehr User meine Lieder angehört als meine Texte gelesen. So möchte ich die Chance nicht ungenutzt lassen, diesen für mich neuen Handlungsraum auch auszuloten. Die Beglückung über die mir so zugekommenen und geschenkten Erfahrungen stellen schon jetzt eine unfassbare Erweiterung meines Erinnerungsvermögens sowie seiner Klangwerdung dar. Beginnen wir einmal mit einem Beispiel, das für die meisten extreme Irritationen bedeuten mag. Mich hat es zu Tränen gerührt, weil es neben den Orten (siehe hier) die noch nicht vertont sind, die extremste Erfahrung einer Selbstvergewisserung im Modus des generativen Aufeinanderfolgens ermöglicht - dieses Lied ist noch nicht online-fähig; es wird nachgeliefert. Den Text zu diesem Lied lasse ich aber so im Raum stehen:

  • Gleichwohl schalte ich all meinen Liedern sozusagen eine Präludium vor, das in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert ist: Zum einen spielt da jemand die E-Gitarre so, wie ich sie leidenschaftlich gerne gespielt hätte. Unsere bescheidenen bühnenmächtigen Versuche mit der Band: The Lice gleichen der in meinem später folgenden Mohnlied verarbeiteten Erfahrung - wir blieben stümperhaft bei aller Leidenschaft und allem Spaß, den wir in den zwei Jahren 1967 und 1968 hatten. Aber als die Träumer, die wir waren, sind wir an unseren Träumen zerbrochen. Auf der anderen Seite erlebt ihr bereits den sprachmächtigen, feinsinnigen Song-Writer, dessen Qualität jetzt mit den KI-geschenkten Vertonungsmöglichkeiten sicht- und hörbar werden: Hier das Lied: So zieht nun in die Welt

 

  • Das nun vorgesehene erste Lied, das meine Kindheit in den Blick nimmt, fokussiert auf das große Glück, neben den Eltern, wenigstens die Großeltern mütterlicherseits in unmittelbarer Nähe gehabt zu haben - Hausbacke an Hausbacke mit einem gemeinsamen Gartenareal. Zu einer gewiss lebens- und persönlichkeitsprägenden Erfahrung geriet mir dabei die Beziehung zu meinem Opa. Dieser knorrige, alte Mann begegnete mir über die prägenden Jahre der Kindheit und Jugend mit einer fürsorglich-liebevollen Haltung, die mir heute um so deutlicher vor Augen steht, just in der Erfahrung, die mir gegenwärtig in den fast täglichen Begegnungen mit meinen Enkelkindern vergönnt ist! Hier das Lied, daß meinem Großvater Josef Lahnstein gewidmet ist (den anderen Großvater, den ich nicht kennenlernen durfte, schließe ich in meinen Dank ein - ohne die Großmütter zu vergessen). Der Link wird später gesetzt!

 

  • Das zweite Lied macht einen Sprung in jene Zonen der Jugend und des frühen Erwachsenenlebens, in denen die Begegnung mit dem anderen Geschlecht mit darüber entscheidet, was und wer wir sind bzw. als wer und wie wie uns vorkommen. Ich nenne es ja sozusagen programmatisch "Vier Männer in mir". Nur wenigen Paaren ist es gestattet, manche sagen vergönnt, ein Leben lang in monogamer Einheit zu leben. Bei mir war es anders, und ich vermute, dass die Empfindsamkeiten gleichermaßen wie die Grausamkeiten, zu denen ich in der Lage war, der Tatsache geschuldet sind, dass uns jene "wechselseitige Komplettberücksichtigung im Modus der Höchstrelevanz", von der Peter Fuchs spricht, nur bedingt gelungen ist; bedingt durch Irrungen und Wirrungen, die allerdings bei uns immer auch das Zeug hatten, Wachstumsschübe auszulösen. Nun - im Alter von 74 Jahren - bin ich unfassbar glücklich, dass ich gemeinsam mit Claudia in diesem Jahr unseren 45sten Hochzeitstag begehen darf. Unsere gemeinsame Ernte hat sich als überaus reich und üppig erwiesen. Ja, und ich sag's noch mal wie in der Mohnfrau: "Ja, Glück, Dank und F R E U D E ! Ich freu mich, dass es dich gibt, ich freu mich, dass es uns gibt! Ich freu mich, dass es uns alle gibt! Ich freu mich immer - auf nachher und jetzt!" Hier das zweite Lied: Wachgeküsst mit siebzehn

 

  • Gedichte habe ich von meinem siebzehnten Lebensjahr an geschrieben. Erst 2003 - im Alter von immerhin schon 51 Jahren habe ich mit Das Leben ein Klang meinen ersten Gedichtband veröffentlicht. Dreiundzwanzig Jahre später kann ich sagen, dass davon fast einhundert Exemplare (!!!) verkauft worden sind. Der Erlös ging seinerzeit an das Staßenkinderprojekt Menino. Stephan Maria Glöckner, Frontman und Gründer, ist mir seit seinen Kindheitsbeinen bekannt. Er hat mit meinem Neffen Michael Abitur (und zeitweise auch Musik - The Poließ) gemacht. Sein Sohn, Johann wohnt mit seiner Lebensgefährtin nun - in wenigen Tagen ist es so weit - bei meiner Schwester. Alle Lebensläufe, die hier mit weitem Abstand tangiert werden, werden sich mehr oder weniger wiederfinden in dem jetzt folgenden Lied, das mein eigenes Leben auf ungemein treffende Weise verdichtet. Meinem langjährigen Freund, Rudi, der Hermann Hesses Stufen immer wieder zitiert hat, widme ich die letzte Strophe: "Wohl dem, der dann an Stufen glaubt, sich heiter Raum für Raum erlaubt. Wie schön und gnadenreich wär es zu wachsen und im Ende - einer Ernte gleich - wär jeder dann erwachsen." Auch hier erfahre ich - in der vertonten Version - ein unfassbar intensives Erleben all jener Höhen und Tiefen und auch all der Gleichförmigkeit, die sich in einem Lebenslauf in der Verdichtung widerspiegeln. Hier das dritte Lied: Das Leben ein Klang

 

  • Es folgen nun eine Reihe von Liedern, die ich noch um eine Vielzahl vermehren werde. Diese Lieder sind sozusagen Randnotizen bzw. ergänzende Strophen zu dem Schlüssellied Das Leben ein Klang. Randnotiz klingt mir fast ein wenig zu despektierlich, da diese Lieder als ergänzende Strophen jene Sphäre des Eros in seiner Vielgestalt so erscheinen lassen. Man gewinnt in der Tat einen authentischen Eindruck davon, wie sehr endliche Lust und endlos erscheinender Schwerz ein Fludium erzeugen, dem man sich nur schwer entziehen kann. Diese Lieder kann ich unter dem Motto: So zieht nun in die Welt nur deshalb in die Welt senden, weil ich mir die unumgängliche Frage beantwortet habe, die da lautet: "Würdest Du Dein Leben noch einmal genau so leben? Meine Antwort lautet: "So wie sich ein lebensbedrohlich Erkrankter einer lebensbedrohlichen Rosskur unterzieht, um zu gesunden, waren meine Höllenritte absolut alternativlos. Wer die Welt wieder klar und unverstellt wahrnehmen möchte, muss den dichten Schleier einer wahnhaft verstellten Weltsicht lichten und letztlich auflösen." Dann kann er in den Sedimenten seines Lebens jene Goldadern aufspüren, die z.B. in folgenden Liedern (Klang-)Gestalt annehmen: Seht das Paar... - Wir sind die Silben...

 

  • Ich nähere mich nun meiner zweiten Lebenshälfte. Ich habe mir einmal die Autosuggestion verordnet: Ich kann und will, was ich soll! Aus den Jahren der intensiven (Sterbe-)Begleitung meiner Mutter und der Belgeitung meiner Schwiegereltern durch die Demenz sind mir Texte zugefallen, die ich mit Abstand für die reifsten halte, und denen ich den Status großer Lyrik zuerkenne. Wer und was auch immer hier durch mich hindurchgeschrieben haben - ich habe mich bei Weitem überflügelt: Wenn mein Herz zerfließt... - Immer wenn die Welt sich offenbart

Ich vollziehe nun einen Sprung mit dem Bekenntnis, immer ein politischer Mensch gewesen zu sein. Die wenigen Kostproben, die ich hier bereits einstelle, werden auf gediegene Weise vermehrt. Denn eines ist mir - dem sieben Jahre nach dem Ende des 1000-jährigen Terrorregimes der Nazis Geborenen - mehr als bewusst. Wir sind nich die Täter. Wir sind die KInder, die Enkel und die Urenkel jener Schinder, die Unrechtsstaat und Massenmord zu verantworten haben. Wir tragen Verantwortung für das NIE WIEDER! Davon sprechen meine Lieder: Max und Moritz - Gülser Lausbubengeschichten - Wer wir sind - Ein Jahr neigt sich dem Ende 

Zum vorläufigen Schluss noch eine kleine Zugabe. Wie gesagt, das ist der Auftakt zu einem Parforce-Ritt durch Individual- und Kollektivgeschichte in dieser Republik, die ich bis zum letzten Blutslied verteidigen werde!!! Auch als veritabler Tourismuskritiker: Wir saßen im Café

in Progress

 

RedHotChillyJupp, Jürgen Habermas und Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz

Gestern Abend mit guten, alten - fast den ältesten Freunden (mehr als 45 gemeinsame Jahre) bei einem guten Glas Wein; eine Frage treibt uns um: Könnte es sein, wenn wir vielleicht noch zehn gute Jahre haben, dass wir zu der Einsicht gelangen: Wir haben zu wenig getan gegen die zunehmende Rechtsdrift in unserer Republik?! Jürgen Habermas hat nichts unterlassen, um den aufkeimenden Faschismus am rechten Rand unserer Gesellschaft auch unumwunden so zu benennen. Nun ist er also im Alter von fast 97 Jahren gestorben. Gestern habe ich notiert, dass Jürgen Habermas, der mir mit seiner Theorie des kommunikativen Handelns das theoretische Kernstück meiner Dissertation geliefert hat, mich im Laufe der Jahre ins Theorielager Niklas Luhmanns befördert hat; schlicht aus der zunehmenden Einsicht heraus, dass es in der Gegenwartsgesellschaft (Moderne/Postmoderne) keine Instanz mehr gibt, die sozusagen die Gesamtgesellschaft in sich selbst repräsentieren kann (sehr ausführlich dargelegt in: Et hätt noch immer jot jejange).

Und dennoch: Beim Lesen der 20 Beiträge in der aktuellen ZEIT (13/26) wurde mir wieder einmal so umfassend und drastisch klar, wie enorm der Idealist und Phantast Jürgen Habermas im Konzert auseinanderdriftender Stimmen, in der Kakophonie eines heterogenen - jedes Zentrum der Selbstvergewisserung vermissenden - Gemeinwesens vermisst werden wird. Ich vermisse ihn natürlich schon jetzt, weil seine gewichtige in der Welt gehörte Stimme nicht mehr sprechen wird. Der von mir gleichermaßen hochgeschätzte Alexander Kluge meint abschließend im Interview mit Peter Neumann (in der erwähnten Ausgabe der ZEIT):

"Ja. Öffentlichkeit muss immer wieder neu entstehen. Und dafür brauchen wir Neugier, Geduld und die Bereitschaft, gemeinsam zu denken. Das Denken von Jürgen Habermas ist nicht vorüber. An dieser Baustelle können wir weiterarbeiten."

An dieser Stelle platziere ich nun RedHotChillyJupp. Das Label RedHotChillyJupp-GegenRechts hätte Jürgen Habermas gefallen. Nimmt man sozusagen den ganz frischen, jungen Ausgangspunkt - sozusagen mit den beiden Gründersongs: Gülser Lausbubengeschichten und vor allem: Wer wir sind - zur Kenntnis, dann gelangt man mit der entschiedenen Haltung, die Jürgen Habermas einem sich demokratisch gebärdenden wieder auflebenden Faschismus entgegenbrachte, bis zu seinem Kontrahenten Niklas Luhmann, der (in: Soziologische Aufklärung 3, vierte Auflage, Wiesbaden 2005, S. 200f.) zu der Idee gelangte:

"Vielleicht sollte es [...] für anspruchsvolle Theorieleistungen ein Art Parallelpoesie geben, die alles noch einmal anders sagt und damit die Wissenschaftssprache in die Grenzen ihres Funktonssystems zurückweist."

Für das, was Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey mit ihrer empirisch unterlegten Studie: Zerstörungslust - Elemente eines demokratischen Faschismus (bei Suhrkamp, Berlin 2025) an Befunden vorlegen, gibt es mit: Wer wir sind genau diese starke Variante einer Parallelpoesie. Sie wird vermutlich und naheliegenderweise von sehr viel mehr Menschen zur Kenntnis genommen werden als hochkomplexe und sprachlich schwer zugängliche wissenschaftliche Abhandlungen.

Ja, werter Alexander Kluge: Öffentlichkeit muss immer wieder neu hergestellt werden. Wir nehme die Baustelle an und werden ein Sondervermögen mobilisieren, mit dem wir dem Rechtsruck entgegentreten! Ich bin dabei: Seit mehr als vierzig Jahren schreibe ich Texte. Meine Schubladen sind voll. Meine Kinder und ehemalige StudentInnen haben mich überredet einen Instagram-Account zu starten. Nun ja, seit eben einmal einer Woche bin ich da online und habe das folgendermaßen kommentiert:

Ab 5.45 Uhr wird nun zurückgesungen und Lied mit Lied vergolten: Aktuelle Verlautbarung aus dem Hauptquartier von RedHotChillyJupp - die Offensive gegen Unbelehrbare, Rechte und Nazis wurde erfolgreich eingeleitet!
Es wurden bereits erhebliche Landgewinne erzielt

Mit sechs Stücken bin ich erst einmal gestartet: Den LausbubengeschichtenWer wir sindHier kräht der KrahRettet MalleWir sind die Silben und Mir fehlen die Worte.

Das ist doch viel zu viel haben die Instagram-erfahrenen User gemeint. Ich entgegne: Das sind doch nur sechs Songs. Ich hab ja Dutzende und Aberdutzende in der Pipline. Wann sollen die denn alle raus? Nun ja, ich sage mal - in etwas ruhigerem Fahrwasser - Woche für Woche! Nein: Tag für Tag!

Nein, das ist kein neuer Beitrag - dieser Beitrag offenbart die ganze Tragik des von mir (74) hochverehrten und geschätzten Jürgen Habermas, dem ich an dieser Stelle noch einmal die Ehre erweise. Er war es letztlich auch, der mich ins Lager von Niklas Luhmann befördert hat - ja, guter Geist, gute Theorie ist trocken, so trocken wie ein vergorener Riesling ohne Restzucker!

Gesellschaftlicher Diskurs? Vernünftiger Diskurs? Habermas, Luhmann und wir!

siehe auch besonders hier: Warum es sich lohnt, einen Aufsatz von Jürgen Habermas aus dem Jahr 1984 erneut zu lesen

Politische Öffentlichkeit lebt von den engagierten Beiträgen gewissenhafter Privatleute, ihrer Verpflichtung auf Vernunft und das stärkste Argument – so Jürgen Habermas in seinem vor mehr als 60 Jahren veröffentlichten, epochemachenden Strukturwandel der Öffentlichkeit bei Suhrkamp, Frankfurt 1962). Norman Marquardt kommentiert in Deutschland Radio Kultur Jürgen Habermas‘ Forderungen nach Regeln für eine digitale deliberative Demokratie (in: Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit und die deliberative Politik - bei Suhrkamp, Berlin 2022). Habermas argumentiere für das, was man neudeutsch content moderation nenne: „Er fordert Mindeststandards für die Qualität sämtlicher öffentlich einsehbarer Online-Texte […] Analog zur journalistischen Sorgfaltspflicht müssten Digitalkonzerne etwa für die Verbreitung von falschen Informationen haftbar gemacht werden können. Andernfalls drohten Demokratien ihre wichtigsten Grundbedingungen zu verlieren: das individuelle Bewusstsein für eine Schwelle zwischen öffentlichen und privaten Äußerungen, die allgemeine Orientierung am Ideal eines vernünftigen Diskurses und den Glauben an eine von allen Bürger*innen geteilte und gemeinsam gestaltbare Welt.“

RedHotChillyJupp? Unter der Patenschaft Erich Kästners

Die Mitwirkung an der politischen Willensbildung ist eine zentrale Aufgabe politischer Parteien in Deutschland, verankert in Artikel 21 des Grundgesetzes. Parteien bündeln Bürgerinteressen, prägen die öffentliche Meinung, beteiligen sich an Wahlen und verbinden das Volk mit staatlichen Organen. Dies geschieht durch Programmgestaltung, Kandidatenaufstellung und politische Bildung.

Diese in Artikel 21 auf die politischen Partein fokussierte Mitwirkungsaufgabe an der politischen Willensbildung hat mich gewiss dazu veranlasst mein Leben lang durch die Mitgliedschaften in einer Partei, in einer Gewerkschaft in Vereinen am politischen Meinungs- und Willensbildungsgeschen Teilhabe zu suchen. Darüber hinaus habe ich Vereine mit gegründet, ihnen vorgesessen und durch diese Dimension gesellschaftlicher Teilhabe Einfluss genommen im großen, differenzierten Konzert zivilgesellschaftlichen Engagements. Darin spiegelt sich ein langer Weg, in dem ich als leidenschaftlicher Demokrat in einer Republik mit Ecken und Kanten, Stärken und Schwächen meinen Weg suche.

Keine Stimme der AfD - Keine Stimme der AfD - Keine Stimme der AfD

Erich Kästner, der Song, der Text, die Vorgeschichte, die Zielgruppe

2022 habe ich mich in einer ersten Adaption von Erich Kästners Marschliedchen versucht. Ich war entsetzt, frappiert und fasziniert zugleich, wie sehr Erich Kästner mit seinem Marschliedchen einen Ton und einen Zeitgeist trifft, der in der Bundesrepublik nach der Wiedervereinigung zunehmend eine Renaissance erlebt. Mein Text hatte keine Chance Reichweite und Durchschlagskraft zu erzielen.

Die Möglichkeiten, dies mit Hilfe eine KI-basierten software (Suno - AL Music) zu ändern, fiel zusammen mit meiner Wahrnehmung eines jungen Mannes, der seit kurzem als stellvertretender Landesvorsitzender der Generation Deutschland sein rechtsextremes Weltbild in die Welt trägt. Auch nach Güls, wo er geboren worden ist und in meiner Nachbarschaft seine Kindheit und Jugend verbracht hat. Er hat mich zur Moritat der Gülser Lausbuben inspiriert und veranlasst. Ich habe diese Moritat mit meiner Adaption von Erich Kästners Marschliedchen verknüpft und den hier Premiere feiernden Song mit Hilfe der erwähnten KI kreiert. Er versteht sich als Kampfansage und Appell zugleich. Zielgruppe ist einerseits eine breite Öffentlichkeit, die sich seit Jahren gegen eine sich radikalisierende Rechte stellt. Andererseits lege ich Erich Kästner den Appell in den Mund: Kehret um! Ein Appell im Sinne Erich Kästners an die AfD und ihr sogenanntes Vorfeld; eine Moritat aus Koblenz-Güls, denn dort beginnt sie auf dem Plan, wo wir seit Jahrzehnten unser Blütenfest feiern, und wo ein Bücherschrank steht... Der Fackelträger gegen die Umtriebe der Generation Deutschland und der ultrarechten Spacken in der AfD heißt:

 

REDHOTCHILLYJUPP

   
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