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RedHotChillyJupp?
Die Mitwirkung an der politischen Willensbildung ist eine zentrale Aufgabe politischer Parteien in Deutschland, verankert in Artikel 21 des Grundgesetzes. Parteien bündeln Bürgerinteressen, prägen die öffentliche Meinung, beteiligen sich an Wahlen und verbinden das Volk mit staatlichen Organen. Dies geschieht durch Programmgestaltung, Kandidatenaufstellung und politische Bildung.
Diese in Artikel 21 auf die politischen Partein fokussierte Mitwirkungsaufgabe an der politischen Willensbildung hat mich gewiss dazu veranlasst mein Leben lang durch die Mitgliedschaften in einer Partei, in einer Gewerkschaft in Vereinen am politischen Meinungs- und Willensbildungsgeschen Teilhabe zu suchen. Darüber hinaus habe ich Vereine mit gegründet, ihnen vorgesessen und durch diese Dimension gesellschaftlicher Teilhabe Einfluss genommen im großen, differenzierten Konzert zivilgesellschaftlichen Engagements. Darin spiegelt sich ein langer Weg, in dem ich als leidenschaftlicher Demokrat in einer Republik mit Ecken und Kanten, Stärken und Schwächen meinen Weg suche.
Inzwischen bin ich 74 Jahre alt. Parteien, Verbände, Vereine, kollektive Zusammenschlüsse sind immer kompromissabhängige Unternehmungen. Daneben muss es individuell verankerte und gefestigte Stimmen geben, die sich durch ihre ganz eigene, besondere Gestaltungskraft und daraus resultierende Gestaltungsideen charakterisieren lassen.
Deshalb wird nun RedHotChillyJupp auf Sendung gehen. Im Rahmen von Aktivitäten und eines geplanten - und in absehbarer Zeit - auf Sendung gehenden PodCasts. Dies wiederum mag man belächeln mit Blick auf die nicht mehr überschaubare Vielfalt entsprechender Angebote. Aber neben der Absicht, sich Gehör zu verschaffen - öffentliche Resonanz - steht die Freude und durchaus auch der Spass im Vordergrund, den eigenen kreativen Aktivitäten Raum zu geben:
- RedHotChillyJupp ist bereits auf Sendung. Mit den "Gülser Lausbubengeschichten" begeht er sein Debüt. Was sich hier harmlos ausnimmt, ist einzuordnen in meine jahrelangen Anstrengungen, rechtsextremen Auswüchsen in unserer, in die Jahre kommenden Republik eine entschiedene Position entgegenzusetzen. Mit den Vertonungen meine Texte erfahre ich selber eine neue Dimension in der Tiefenwirkung meiner textlichen Präsenz. Die KI-generierten Kreationen überraschen mich auf faszinierende bis erschreckende Weise. Neben den Gülser Lausbubengeschichten wird dies vor allem sicht- und spürbar an dem Song: Wer wir sind. Liest man Allmingers und Nachtweys "Zerstörungslust - Elemente eines demokratischen Faschismus" (3. Aufl. Suhrkamp, Berlin 2025) hat man den Eindruck hier eine verdichtete Essenz vor Augen und auf den Ohren zu haben. Ich halte es neben den Gülser Lausbubengeschichten für meinen wichtigsten Beitrag auf der Ebene meiner vertonten Texte!
- RedHotChillyJupp bildet dabei nur die explizit politische Dimension eines Vorhabens, dass sehr viel breiter aufgestellt sein wird: Auf Sendung geht ganz schlicht der Jupp mit literarischen, wissenschaftlichen, kulturellen und in spezieller Weise soziologisch ausgewiesenen Beiträgen, die ich im gesellschaftlichen Konzert aufgreife und vertiefe, weil ich sie für unterrepdräsentiert halte.
Nun schreibe ich in der Tat seit mehr als vierzig Jahren Texte. Meine Schubladen sind voll. Meine Kinder und ehemalige StudentInnen haben mich überredet einen Instagram-Account zu starten. Nun ja, seit heute Morgen bin ich da online und habe das folgendermaßen kommentiert:
Ab 5.45 Uhr wird nun zurückgesungen und Lied mit Lied vergolten: Aktuelle Verlautbarung aus dem Hauptquartier von RedHotChillyJupp - die Offensive gegen Unbelehrbare, Rechte und Nazis wurde erfolgreich eingeleitet!
Es wurden bereits erhebliche Landgewinne erzielt
Mit sechs Stücken bin ich erst einmal gestartet: Den Lausbubengeschichten, Wer wir sind, Hier kräht der Krah, Rettet Malle, Wir sind die Silben und Mir fehlen die Worte.
Das ist doch viel zu viel haben die Instagram-erfahrenen User gemeint. Ich entgegne: Das sind doch nur sechs Songs. Ich hab ja Dutzende und Aberdutzende in der Pipline. Wann sollen die denn alle raus? Nun ja, ich sage mal - in etwas ruhigerem Fahrwasser - Woche für Woche!
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Keine Stimme der AfD - Keine Stimme der AfD - Keine Stimme der AfD
Erich Kästner, der Song, der Text, die Vorgeschichte, die Zielgruppe
2022 habe ich mich in einer ersten Adaption von Erich Kästners Marschliedchen versucht. Ich war entsetzt, frappiert und fasziniert zugleich, wie sehr Erich Kästner mit seinem Marschliedchen einen Ton und einen Zeitgeist trifft, der in der Bundesrepublik nach der Wiedervereinigung zunehmend eine Renaissance erlebt. Mein Text hatte keine Chance Reichweite und Durchschlagskraft zu erzielen.
Die Möglichkeiten, dies mit Hilfe eine KI-basierten software (Suno - AL Music) zu ändern, fiel zusammen mit meiner Wahrnehmung eines jungen Mannes, der seit kurzem als stellvertretender Landesvorsitzender der Generation Deutschland sein rechtsextremes Weltbild in die Welt trägt. Auch nach Güls, wo er geboren worden ist und in meiner Nachbarschaft seine Kindheit und Jugend verbracht hat. Er hat mich zur Moritat der Gülser Lausbuben inspiriert und veranlasst. Ich habe diese Moritat mit meiner Adaption von Erich Kästners Marschliedchen verknüpft und den hier Premiere feiernden Song mit Hilfe der erwähnten KI kreiert. Er versteht sich als Kampfansage und Appell zugleich. Zielgruppe ist einerseits eine breite Öffentlichkeit, die sich seit Jahren gegen eine sich radikalisierende Rechte stellt. Andererseits lege ich Erich Kästner den Appell in den Mund: Kehret um! Ein Appell im Sinne Erich Kästners an die AfD und ihr sogenanntes Vorfeld; eine Moritat aus Koblenz-Güls, denn dort beginnt sie auf dem Plan, wo wir seit Jahrzehnten unser Blütenfest feiern, und wo ein Bücherschrank steht... Der Fackelträger gegen die Umtriebe der Generation Deutschland und der ultrarechten Spacken in der AfD heißt:
Kehret um!
Erich Kästner an die AfD und ihr sogenanntes Vorfeld
Eine Moritat aus Koblenz-Güls. Sie beginnt dort, auf dem Plan, wo ein Bücherschrank steht...
Eine Gülser Lausbubengeschichte?
Max und Moritz,
diese Buben,
schlichen sich des Nachts aus ihren Stuben.
Sie hatten einen Plan!
Um die Geisterstunde gingen sie auf diesen,
um zu kleben ihre Losung
auf den Schrank der Bücher -
inspiriert von heilgem Wahn:
>>Alles für Deutschland<<
wollten sie geben.
Doch als sie hoben an zu kleben,
hielten beide plötzlich inne
und schraken bleich zurück.
Aus dem Schrank, da stieg ein Geist,
dessen Seele Erich Kästner heißt.
Er sprach zu ihnen: Kommt zurück!
Sie haben mich verbrannt -
vor nicht mal hundert Jahren!
Wer bist denn du? empörten sich die Buben:
Das ist gewiss ein starkes, aber rechtes Stück;
such doch du im linksversifften Sumpf dein Glück!
Da wurd der Erich traurig und auch böse.
Und begann ein Liedchen,
auf dass er sie von ihrem Wahn erlöse:
Die folgende Adaption von Erich Kästerns Marschliedchen habe ich bereits 2022 adaptiert (hier im Original)
Die Dummheit zog in Viererreihen (so zieht sie immer noch),
Heut schämt die Dummheit sich der Dummen.
So dämlich wie ihr seid, mahnt sie euch zu verstummen,
Statt Idioten gleich nach deutschem Wesen heut zu schreien.
Ihr kommt daher und wärmt die schalen Suppen,
In euren Schädeln haust ein brauner Geist,
Der euch verwirrt und alles mit sich reißt -
Nur nicht von euren Augen alle Schuppen!
Marschiert ihr nun in Chemnitz und in Halle…,
Ihr findet doch nur als Parade statt,
Denn das, was jeder da von euch im Kopfe hat,
Man nennt es Dum(pf)mheit wohl in jedem Falle!
Weil wieder predigt ihr den Hass
Und wollt die Menschheit spalten -
Statt schlicht an Recht und Ordnung euch zu halten,
Wähnt ihr das Volk zu sein und träumt vom völkisch-deutschen Pass!
Ihr habt die Trümmerwelt im deutschen Wahn vergessen,
Von Schuld und Sühne ist die Rede nie,
Ihr brüllt nach deutscher Größe selbstvergessen;
Ich hoff ihr schießt euch nur ins eigne Knie!
Ihr wollt die Uhren rückwärts drehen
Und stemmt euch gegen die Vernunft.
Dreht an der Uhr und doch: die Zukunft
wird euch als ewig gestrig sehen!
Wie ihr’s erträumt, wird Deutschland nicht erwachen,
Denn ihr bleibt dumm, nicht auserwählt!
Die Zeit ist nah, da man erzählt:
Das war’s: ein Staat ist mit Idioten (und auch der AfD) halt nicht zu machen!
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Erich Kästner und seine Patenschaft
Erich Kästner hätte am 23. Februar seinen 127. Geburtstag gefeiert. Sein Todestag liegt fast 52 Jahre zurück (29. Juli 1974). Ich sehe mich - was seinen Beitrag zu Kreation einer Gebrauchslyrik anbelangt - sehr in seiner Tradition. So übernimmt er nicht nur formal, sondern mit meiner Adaption seines Marschliedchens auch inhaltlich die Patenschaft für die Gülser Lausbubengeschichten.
Man muss folgenden Beitrag lesen, um nachvollziehen zu können, was mich zu den Gülser Lausbubengeschichten veranlasst hat. Die Rückmeldungen zu diesem Beitrag signalisieren mit allerdings, dass viele den Link zur vertonten Version nicht gefunden haben. Diesem ersten Versuch, meinen Texten eine andere Reichweite und Durchschlagskraft zu verleihen, liegt mir aber, wie ich ja im Weiteren begründe, sehr am Herzen. Hier ist der Link zur vertonten Version: Gülser Lausbubengeschichten
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Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz
Anzeigentext für's Gölser Blättche
Franz Josef Witsch-Rothmund – Koblenz-Güls
Ich bin 74 Jahre alt und habe mein Lehrerberufsleben lang Sozialkunde als Fach unterrichtet und mich 25 Jahr um politische Bildung in der Lehrerausbildung bemüht. In der ZEIT vom 12. Februar 2026 lese ich im Dossier (S. 13): „Gymnasiasten, die Hitler feiern oder Waffen bauen. Lehrer, die nicht mehr weiterwissen. An Schulen überall in Deutschland kippt gerade etwas – ins Rechtsextreme.“ Während meiner Studienzeit in Koblenz wurde ich ins linksextreme Lager eingeordnet und musste mich wegen vermeintlichen Landfriedensbruch, Beleidigung und Nötigung vor dem Landgericht Koblenz verantworten. Ich schreibe dies hier bewusst auf, da ich nachvollziehen kann, dass der Identifikation mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unserer Republik durchaus ein Lernprozess zugrundliegen kann.
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Alternde Männer - Alte Männer - Männergesundheit?
2020 habe ich diese Etikettierung bereits bemüht, um darauf aufmerksam zu machen, dass sich nicht nur die Welt verändert, sondern auch wir in ihr. 2023 habe ich - ein Jahr, nachdem ich die 70 überschritten hatte - Eckhart Hammers 2015 in der Familiendynamik (4/2015, Seite 286-295) veröffentlichten Beitrag: Schlaglichter auf das Alter(n) des Mannes erneut aufgegriffen, um in unseren Diskurs empirische, geordnete und systemisch begründete Wissenselemente einzubeziehen; in unseren Diskurs? Seit 2018 gibt es eine Männergruppe, die sich pensionistas nennt. Neben den Weltläuften in ihren politischen, sozialen und kulturellen Ausprägungen gewinnen Aspekte von Gesundheit - Männergesundheit - mehr und mehr Anteile im Rahmen unserer montäglichen Treffen; in einem immer scharf gerahmten Zeitfenster von 10-12 Uhr. Das uns verbindende Motiv ist formal mit unserem Austritt aus dem Berufsleben gegeben. Immer wieder gehören auch Gäste zu unserer Runde. Ein gern gesehener Gast war unter anderen Rudi Krawitz.
