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Podcast Ep.15: Strohdumm oder hirnverbrannt?
Einen Tag bevor ich die 14. Episode meines Podcasts veröffentlicht habe – das war am 28. Juni 2026, also am vergangenen Sonntag, hat Stefan Schmitt, auf den ich mich in dieser 14. Episode im Wesentlichen beziehe, in der ZEIT (online) einen Kommentar veröffentlicht – natürlich getriggert durch die sich ihrem Höhepunkt nähernde aktuelle Hitzewelle. Ich hatte mich auf Maximilian Probsts Umdenken oder Untergehen und Stefan Schmitts Vor dem Hitzschlag (jeweils markante Beiträge in der ZEIT aus 2017 bzw. 2018 besonnen, weil die beiden schon seit 10 Jahren immer wieder darauf hinweisen, man könne über Wetter nicht reden, ohne übers Klima zu sprechen. Nun hat er – Stefan Schmitt – es wieder getan. Und Eva von Redecker muss noch ein bisschen warten. Denn es wäre sträflich, der 14. Episode nicht die aktuellen Auslassungen Stefan Schmitts hinterherzusenden:
Ich beziehe mich also heute in der 15. Episode auf Stephan Schmitts – ZEIT-Kommentar
„Alle reden über Hitze, sollten wir nicht mal übers Klima sprechen? Hört auf, über Höchstwerte zu staunen! Und sprecht nicht über die Hitze, ohne auch Klimakrise zu sagen.“
[Ein Kommentar von Dr. Stefan Schmitt - 27. Juni 2026, 10:07 Uhr online gegangen]
Heißer denn je in Deutschland – das klinge beeindruckend.
Rekorde faszinieren uns. Und gleichzeitig sei es fatal, eine Hitzewelle mit der Logik der Sportberichterstattung zu betrachten. Seit Tagen diskutierten wir aber genau so: ein Höher-schneller-weiter. Und vergessen dabei: Diese Rekorde sind irreführend ohne ihren Kontext.
In der vergangenen Woche wurden in Deutschland Temperaturen örtlich über 40 Grad gemessen, näherungsweise 42 Grad. Der »Allzeitrekord« (Deutscher Wetterdienst) von Tönisvorst und Duisburg mit 41,2 Grad im Juli 2019 wurde mit 41,7 Grand in Ost-Brandenburg getoppt. Aber was heißt hier Allzeit? Fragt Stefan Schmitt
„Die vergangenen elf Jahre waren global die elf wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Und die reichen immerhin 176 Jahre zurück. Während sich die Welt seit Beginn der Industrialisierung um rund 1,4 Grad Celsius erwärmt habe, sind es in Europa plus 2,5 Grad. Und gerade haben Meteorologen errechnet: Noch schneller als die Lufttemperaturen zunehmen, steigt der sogenannte Hitzestress. Das ist die körperliche Belastung in häufiger, länger und stärker werdenden Hitzewellen.“
Ich habe ja in der 14. Episode darauf hingewiesen, dass diese Hitzewellen bei den AfD-Granden bereits irreversible Schäden verursacht haben. Sie dementieren zwar vehement jegliche Klimakrise, aber ihre durch Sonneneinwirkung geschrumpften Hirne erlauben eben nur noch unerträgliches Bla-Bla-Bla im Sinne einer nicht in Ansätzen erkennbaren Klima-Krise. Nein, meine Damen und Herren, von der Alternative für die Strohdummen (ich benenne euch jetzt einfach um in: AfSD), eure Mär von der Lügenpresse verfängt nicht mehr. Im Gegenteil: Die ersten StammwählerInnen der AfD hegen erste Zweifel an den gebetsmühlenartig wiederholten Verlautbarungen, die der wissenschaftliche Dienst der AfSD-Bundestagsfraktion verbreitet, wonach die links-grün-rot versiffte Meteorologen-Zunft sämtliche Thermometer an den Wetterstationen mit Flammenwerfern manipuliert habe.
Ein weiterer Punkt auf der Fieberkurve
Auch hartgesottene Stammwähler eurer Münchausen-Partei beginnen nicht nur nachzudenken, sondern auch leibhaftig zu fühlen, dass es bei den Hitzeattacken und ihren Steigerungen nur noch heißt: bis zum nächsten, heißeren Mal. Und lange wird das nicht auf sich warten lassen! Da könnte einem inzwischen 85jährigen Alexander Gauland auch schon einmal der Arsch auf Grundeis gehen; im Grundeis stecken Kopf und Zukunft des Ehrenvorsitzenden – das ist schlicht eine Überlebensfrage.
Denn, so Stefan Schmitt: Es sei »sehr wahrscheinlich«, dass extreme Hitze und Hitzewellen häufiger würden. So zu lesen in den Verlautbarungen des Weltklimarats in seinem vierten Sachstandsbericht. Und das war schon 2007! Seine Autoren fassten Forschungsergebnisse zusammen, die zwei Jahrzehnte alt sind. Und die Prognosen zur globalen Erwärmung und ihren Folgen waren schon damals kein Geheimnis. Zitat Stefan Schmitt:
„Hitze-»Rekorde« sind da das Gegenteil von überraschend – wir hatten schon mehrere Jahrzehnte Zeit, uns darauf einzustellen. Und einen Höchstwert stellen sie nur im Vergleich mit der Vergangenheit dar. In die Zukunft geblickt sind es indessen nur Punkte, deren Verbindung eine immer weiter steigende Linie ergibt. So bildet auch der Juni 2026 nur einen Punkt auf dieser klimatischen Fieberkurve. Und, so gnadenlos ist die Atmosphärenphysik, solange weiter Kohle, Öl und Gas verbrannt werden, gilt: Bald schon wird der Sommer von heute uns eher kühl erscheinen.“
Also setzen wir uns erst einmal ins Café und kühlen uns ein wenig ab:
Stephan Schmitt betont, das sei eine sachliche Feststellung, keine moralische. Natürlich könne jeder, dem danach ist und den sie nicht belasten, die aktuellen Temperaturen einfach genießen, ohne sich deshalb schlecht fühlen zu müssen. Nicht jeder ächze gleichermaßen unter der Hitze, mancher liebe einfach prallen Sonnenschein. Wer dazu aber schlaumeiern müsse, früher habe man das einfach Sommer genannt, der entblöße das eigene Unverständnis. Der reißt das Wetter aus dem Kontext. Ach, wie bist du doch freundlich und vorsichtig, lieber Stefan Schmitt. Die Granatenarschlöcher von der AfSD handeln hingegen vorsätzlich mit ihren notorischen Klimawandel-leugnerischen Verlautbarungen und versprechen die Windräder der Schande einzureißen.
Kein Fatalismus, sondern eine Forderung
Sie sind buchstäblich zu hirnverbrannt, auch Klima zu sagen, wenn es um Hitze geht. Du hast recht, Stefan Schmitt: „Was wir erleben, ist keine Naturkatastrophe, in der ein Extrem willkürlich über uns kommt. Meteorologen und Klimaforscher des Projekts World Weather Attribution haben Ende der Woche eine Studie veröffentlicht, in der sie die Rolle des Klimawandels zum wiederholten Male berechnen:
Noch 1976 (persönliche Anmerkung: das ist im Übrigen der heißeste Sommer in meiner Erinnerung, Jahrgang 1952 – ein unfassbar geiler Sommer, der nicht enden wollte und der sich erst mit Allerheiligen am 1. November verabschiedete).
Stephan Schmitt betont, vor einem halben Jahrhundert (also 1976), wäre eine Hitzewelle wie die aktuelle im Juni »praktisch unmöglich« gewesen. Und noch zu Beginn des Jahrhunderts wäre ihr Auftreten zehnmal unwahrscheinlicher gewesen als heute. Das Urteil der Forscher laute: »Fossile Emissionen haben europäische Hitzewellen binnen weniger Jahrzehnte erheblich verschärft.«
Die Hitze von heute ist menschengemacht. Sie war vorhersehbar. Mehr und schlimmere Hitzeperioden werden folgen.
Darum: Wenn wir die körperliche Belastung extremer Hitze beklagen, wenn wir die Wetterwarnungen hören, wenn Hitzetote befürchtet werden und wenn sie nach Jahresende in der Statistik der sogenannten Übersterblichkeit auftauchen – immer dann muss man auch die Klimakrise diskutieren. Es ist kein Ausdruck von Fatalismus. Das Wort markiert vielmehr: Dies hier ist systematisch und wiederkehrend. Das sind sechs Worte – sechs Worte, die im Wortschatz der AfD-LügernInnen in dieser syntaktischen Kombination nicht mehr realisiert werden können – und denen wollt ihr Regierungsverantwortung übertragen???
[Und noch einmal: Das sind keine Fake-News – es ist nicht die links-grün-rot versiffte Metereologen-Zunft, die mit Flammenwerfen die Thermometer an den Messstellen manipuliert – es handelt sich bei den Befunden um die Ergebnisse solider Wissenschaft. Und wer es immer noch nicht glaubt, der setze sich bei der nächsten absehbaren Attacke auf den Jesuitenplatz zu Füßen des Johannes Müller (der hat vor exakt 200 Jahren das Gesetz der spezifischen Sinnesenergien formuliert) – wenn er da ein paar Stündchen ohne Netz und doppelten Boden gebruzzelt hat, wird der Mehrwert wenigstens der sein, dass er an den nächsten Wahlen nicht mehr teilnehmen wird – Diagnose: Hirn verbrannt!]
Also passt auf euer Gehirn auf – ihr habt nur eins, wenn ihr noch eins habt!Q
Wer Klimakrise sagt, so Stefan Schmitt, müsse etwas fordern, meint Stephan - Zitat:
„Nämlich dass der Klimaschutz (statt zurückgedreht zu werden) intensiviert wird. Dass Klimaanpassung Städte kühler, schattiger und grüner macht. Dass die Menschen in Deutschland besser geschützt werden für die nächste und übernächste Rekordhitze – allen voran Kinder und Verwundbare, Alte und Gebrechliche.“
Zitat: „So wie mit dem Förderprogramm AnpaSo, das sozialen Einrichtungen wie Kitas und Pflegeheimen die Anpassung an künftige Hitzewellen ermöglichen soll: Dachbegrünung, Klimaanlage, solche Sachen eben. Nur können bei AnpaSo derzeit »keine neuen Anträge gestellt werden«, so das zuständige Ministerium: Die Bundesregierung hat die Förderung Anfang des Jahres gestoppt. Ja, dieselbe Bundesregierung, die Tankrabatte vergibt und die Luftverkehrsteuer senkt, den Solarausbau ausbremst und Gaskraftwerke bevorzugt.“
Heiß heute? Wir müssen viel lauter Klimakrise sagen!
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Podcast Ep.14: Drill Baby drill - Kill Baby kill
Ja, von vorne wie von hinten, von rechts wie von links von oben wie von unten – hier ist die versprochene 14. Episode, wahrhaft bitterer Stoff. Und selten war es notwendiger von vorne wie von hinten, von oben wie von unten und von rechts wie von links zu schauen!
Aber bevor wir das tun, hab ich noch eine ganz schlichte Frage: Wer – um Gottes Willen – hat denn dem Spitzenpersonal der Alternative für die Dummen so radikal und nachhaltig die Synapsen geschreddert? Wie ich höre und lese, leugnen die immer noch beharrlich den Klimawandel.
Das ist ja allein aus politstrategischen Gesichtspunkten eine so große und unverzeihliche Dummheit – ja, ja, ja, Dummheit kann so unendlich weh tun!
Würden sie den Klimawandel. dem man – zugegebenermaßen – doch gerade jetzt, so früh, viel zu früh im Sommer, mit seinen milden, Herz und Hirn erwärmenden 40-Grad-Gaben doch wirklich nicht das Wort reden muss, würden sie den - diesen Fake-Klimawandel als Faktum anerkennen, dann hätten sie doch wenigstens eine plausible und gleichermaßen glaubhafte Erklärung für ihre Schrumpfhirne; ja Schrumpfhirne, natürlich immer gemessen an den herausfordernden Dimensionen der politischen Agenda. Sie könnten schlicht und einfach sagen: Tut uns leid, wir haben einfach zu lange in der Sonne gesessen. Eine weitere Frage drängt sich auf: Merken das eigentlich nicht die potentiellen WählerInnen – sitzen die möglicherweise auch zu lange in der Sonne – ohne zureichenden Sonnenschutz? Man muss sie doch warnen, bevor Alice zu Beatrix triumphierend ruft: Bea, ich habe die Hirne unserer WählerInnen geschrumpft!
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Podcast Ep.12: Wer um Himmels Willen ist denn nun dieser Hape Kerkeling?
"Die Antwort ist ganz einfach.
Ich bin meine Mutter und mein Vater,
meine Großeltern, mein Bruder,
meine Tante Gertrud, Tante Lisbeth,
Tante Hedwig, Onkel Kurt und Tante Veronika.
Ich bin Frau Edelmund, Frau Rädeker und Frau Strecker
und viele mehr. Jeder hat mich zu dem gemacht,
was ich bin.
Und gleichzeitig bin ich auch Tante Lore
und die Richtung, in die sie mich im Kinderwagen
auf dem Feldweg schiebt.
Ich bin die gescheckte Kuh auf der Weide,
das gelbe Korn auf dem Feld
und der rote Mohn am Wegesrand.
Ich bin der schmale Trampelpfad und dessen Ende.
Ich bin der wolkenlose Himmel.
Ich bin wach."
Hape Kerkeling: Der Junge muss an die frische Luft - Meine Kindheit und ich (Piper Verlag, München 2016, Seite 311)
Danke für's: Hallo wach!
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Podcast Ep.13: Die Liebe in all ihren Farben
Für alle - Für Jungverliebte und Goldpaare und alle dazwischen
Die nächste – also nominell die dreizehnte Episode ist fertig. Sie nimmt sich düster aus und das passt zur Symbolkraft der Zahl 13. Sie knüpft nahtlos an die elfte Episode an: Ehrfurcht angesichts der Katastrophe. Deshalb werde ich sie aussetzen. Ich werde sie erst als Episode 14 online stellen. Und in der Episode 13 erfülle ich mir einen Traum: Ich mache Radio. Es fällt mir ja nicht schwer unter den zwei großen Leitfragen. Warum Liebe weh tut und Warum Dummheit weht tut ein Themenhighlight zu kreieren, das höchst unterhaltsam daherkommt, weil es in erster Linie musikalisch unterlegt ist und die Höhen und Tiefen in der Liebe auslotet:
Romantische Liebesphantasien, die der Soziologe Peter Fuchs mit der gleichermaßen griffigen wie nüchternen Formel auf den Punkt bringt: Wir zwei auf den einen Seite – der Rest der Welt auf der anderen Seite. Zwei Menschlein – ob hetero, homo, queer oder wie auch immer – verlieren sich miteinander in wechselseitiger Komplettberücksichtigung im Modus der Höchstrelevanz (also unter Einschluss von Körper und Seele und im Ausschluss Dritter). Den allermeisten Menschen ist der Flug in die Galaxien der Verliebten durchaus vertraut. Die meisten von uns haben das erlebt – und ganz gewiss befinden sich ungezählte Verliebte – während dieser Podcast hier auf Sendung geht – auf einer entsprechenden Umlaufbahn.
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Podcast Ep.11: Ehrfurcht angesichts der Katastrophe -
Die komplementäre Seite zur Liebe, die hier unserem Heimatplaneten gilt
Beginnen wir mit Pathos – hier gewinnt der zu Beginn eingespielte Jingle eine vollkommen neue Dimension: Von vorne wie von hinten, von rechts wie von links und vor allem von oben wie von unten!
Der 2016 verstorbene Roger Willemsen schließt seine kleine nachgelassene Schrift Wer wir waren mit berührenden und bewegenden Gedanken ab. Er spricht über die wenigen hundert Menschen, die außerhalb der Erdatmosphäre geatmet haben und führt in diesem Zusammenhang aus:
„Nichts scheint die ersten Weltraum-Reisenden vorbereitet zu haben auf das, was die Anschauung des Alls und der Erde im All in ihnen auslösen würde, demütig und poetisch haben sie sich dem quasi Religiösen einer Erfahrung des Exterritorialen zu stellen versucht und wieder einen ersten Blick geworfen.
Einige haben für diese Erfahrung das alte Wort 'Ehrfurcht' verwendet, haben im Angesicht der unendlich empfindlichen Hülle der Biosphäre von 'Respekt' und 'Achtung' vor der Schöpfung und der 'persönlichen Beziehung' zum 'Heimatplaneten' gesprochen, haben aus diesem Erleben ein Gefühl der Verantwortung abgeleitet und sich in einer tieferen Bedeutung als 'Erdenbürger' erkannt.
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