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Alternde Männer - Alte Männer - Männergesundheit?
2020 habe ich diese Etikettierung bereits bemüht, um darauf aufmerksam zu machen, dass sich nicht nur die Welt verändert, sondern auch wir in ihr. 2023 habe ich - ein Jahr, nachdem ich die 70 überschritten hatte - Eckhart Hammers 2015 in der Familiendynamik (4/2015, Seite 286-295) veröffentlichten Beitrag: Schlaglichter auf das Alter(n) des Mannes erneut aufgegriffen, um in unseren Diskurs empirische, geordnete und systemisch begründete Wissenselemente einzubeziehen; in unseren Diskurs? Seit 2018 gibt es eine Männergruppe, die sich pensionistas nennt. Neben den Weltläuften in ihren politischen, sozialen und kulturellen Ausprägungen gewinnen Aspekte von Gesundheit - Männergesundheit - mehr und mehr Anteile im Rahmen unserer montäglichen Treffen; in einem immer scharf gerahmten Zeitfenster von 10-12 Uhr. Das uns verbindende Motiv ist formal mit unserem Austritt aus dem Berufsleben gegeben. Immer wieder gehören auch Gäste zu unserer Runde. Ein gern gesehener Gast war unter anderen Rudi Krawitz.
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Joachim Meyerhoff und Simon Verhoeven: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke
Ich gehe selten in's Kino - auch diesmal eher genötigt. Wie so häufig war ich der Auffassung, meine Lektüre nicht durch eine filmische Inszenierung stören zu lassen. Nun bekenne ich mit diesem Blog-Eintrag, dass es überaus lohnend sein kann, sich der unangenehmen Situation einer intimitätsfeindlichen Kino-Konstellation auszusetzen - ich war verwundert über eine beträchtliche, so nicht erwartete Publikumsresonanz. Andererseits haben Joachim Meyerhoff und Simon Verhoeven sich diese Resonanz redlich verdient! Natürlich kann Kino einerseits nicht, was die Prosa-Aussetzung kann. Aber es kann andererseits so ungleich viel mehr. Was mich bei Simon Verhoevens Inszenierung gleichermaßen fasziniert hat, war einerseits das präzise Spiel der Schauspieler und andererseits die gelungene drehbuchmäßige Adaption eines Stoffes, von dem anzunehmen war, dass es doch mit Blick auf 136 Minuten (das sind immerhin zwei Stunden und 16 Minuten, also das, was man gemeinhin Überlänge nennt) einer Quadratur des Kreises gleichkäme, diesem Stoff gerecht zu werden.
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Jules Barnes - Good Morning II (hier: Teil I)
in progress
Das folgende mag nun zunächst einmal merkwürdig anmuten. Aber was die Geschichte in der Geschichte anbelangt, die Sie, werter Herr Barnes erzählen, nimmt ja ein Jack Russell namens Jimmy zunehmend eine Hauptrolle ein, auch deshalb, weil Jimmy - nach dem Ableben von Jean und Stephen - bei Ihnen Asyl findet. Sie merken an, das Jimmy der Kümmerling seines Wurfes gewesen sei, und dass Jean in in der ersten Zeit in der Manteltasche herumgetragen hat. In bester Tradition - ich verweise hier einmal auf John Steinbecks Charly und auf den Charly (ich glaube ein Dackel), den Karl Otto Hondrich in Verehrung John Steinbecks ebenfalls Charly nennt - lassen Sie nun Jimmy Persönlichkeit werden. Hier ein paar kleinere Kostproben:
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Dietmar Kamper und Rudi Krawitz
Dietmar Kamper und Rudi Krawitz wirken im Rückblick ebenso abgeklärt wie Julian Barnes.
Der nachfolgende Beitrag ist bereits 2016 - vor fast zehn Jahren - Blog-mächtig geworden. In Kurz vor Schluss (Koblenz 2017) ist er als Beitrag 67 (S. 590-597) berücksichtigt. Ich habe ihn heute morgen noch einmal gelesen und mich der Gespräche mit Rudi erinnert. Er kannte und schätzte Dietmar Kamper. Rudis pädagogisches Credo soll hier mit zwei zentralen Hinweisen verdeutlicht werden. Er vertrat die Einheit von Leib, Seele und Geist, indem er einerseits forderte (Hervorhebungen FJWR):
"Allein eine pädagogische Praxis, in der der Leib ausdrücklich zugelassen ist, kann Kindern sowohl das extensive (raumeinnehmende) Ausagieren ihrer individuellen Befindlichkeit wie auch die intensive (angestrengte) Auseinandersetzung mit der äußeren Welt möglich machen, so daß sie selbst in zunehmendem Maße erleben, in ihrem Leib wirk-lich in jeder Hinsicht (nach innen und nach außen) zu Hause zu sein (S. 300)."
und andererseits anmerkte:
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Good Morning, Mister Barnes,
(hier: Teil II)
Ich folge Ihrer Einladung in eine unbestimmte Stadt in einem unbestimmten Land in ein Straßencafé.
Und ich kann Ihnen versprechen, meine Hörgeräte sind aufgeladen, und ich sitze zu Ihrer Rechten, denn mein linkes Ohr ist das empfindsamere. Ich gebe zu, dass ich Sie nicht sehr gut kenne. Aber Abschied(e) verändert dies gerade eben auf so nachhaltige Weise, dass ich dies gegenwärtig (noch) verschmerzen kann. Hinzu kommt, dass ich knapp sechs Jahre jünger bin als Sie, von lebensbedrohlichen – selbst lebensbegleitenden - Krankheiten verschont; also bei bester Gesundheit. Selbst wenn Ihnen die Marmelade ausgeht (auf Seite 238 – also immerhin auf der vorletzten Seite), mag es mir noch vergönnt sein, meinen Horizont mit Ihren Anregungen zu erweitern. Ich werde weiterschauen, bis mir ebenfalls die Marmelade ausgeht.
Nun habe ich – wie es inzwischen einer guten Gewohnheit entspricht – auch Ihre Abschiede ein wenig von hinten aufgezäumt. Dies ist insofern zumindest fragwürdig, als Sie mir bereits auf den ersten Seiten einen Flash verpasst haben, der sich in meiner zweiten Lebenshälfte als lebensbegleitendes Elixier in mir breitmacht (Kurz vor Schluss I und Kurz vor Schluss II – das erinnert mich im Übrigen an Ihre letzten Interviews, die bislang immer vorletzte waren. Mal sehen, ob sich das mit ihrem letzten Buch auch so verhält, siehe Seite 18).
